Wie kommt es eigentlich, dass wir Terroranschläge, Flugzeugabstürze oder andere „spektakuläre“ Risiken so überbewerten und dabei die alltäglichen und viel realistischeren Gefahren im unmittelbaren Umfeld unterschätzen? Besonders in unseren eigenen vier Wänden lauern viele Risiken, die gerade, wenn man abgelenkt ist oder unter Stress steht, zu Unfällen führen können. Wir haben eine Liste aller möglichen Alltagsgefahren im eigenen Zuhause erstellt und waren selbst erstaunt darüber, wie lange sie wurde.
In vertrauter Umgebung, wie der eigenen Wohnung, verhalten sich die Menschen oft besonders unvorsichtig und unterschätzen scheinbar banale Alltagsrisiken. Die Statistik beweist es, denn laut KFV passiert jeder zweite spitalsbehandelte Heim- bzw. Freizeitunfall in der Wohnung. Mit dieser Liste möchten wir Ihnen die vielen Risiken aufzeigen.

Ausrutschen, Stolpern, Herunterfallen:

Tückische Stolperfallen wie herumliegende Kabel, hochstehende Teppichkanten, rutschende Läufer, ein vollgestellter Hausflur (Schuhe, Einkaufstaschen etc.) und unbeleuchtete Treppen ohne Geländer: Achten Sie auf diese Dinge und vermeiden Sie unnötige Unfälle.
Dutzende Rutschgefahren wie rutschige Treppenstufen, Dusch- oder Badewannenböden: Verwenden Sie Anti-Rutsch-Beläge, Gummimatten und Haltegriffe.
Stühle, Tische oder andere „Hilfsmittel“ als Aufstiegshilfen: Verwenden Sie beim Fensterputzen, Dekorieren etc. lieber eine solide Leiter.
Nasser Boden (oder noch feuchte Füße): Wenn das Handy läutet während Sie duschen, dann lassen Sie es klingeln und stürmen Sie nicht hastig aus der Dusche.
Überschätzung der eigenen Kräfte: Man sollte nichts hochheben oder Arbeiten verrichten, wofür man körperlich nicht fit genug ist. Achten Sie beim Tragen und Heben von schweren Gegenständen auf einen geraden Rücken, sichere Transportwege und legen Sie Pausen ein.
Große und nicht gekennzeichnete Glasflächen: Ein Besucher, Ihre Kinder oder gar Sie selbst laufen Gefahr gegen das Glas zu laufen. Geht das Glas dabei zu Bruch, sorgen Sie für eine gründliche Reinigung des Bodens.

Feuer und Elektrizität:

Offene Kamine, Kachelöfen, Heizlüfter, Bügeleisen etc.: Achten Sie auf genügend Abstand zu brennbaren Gegenständen.
Nicht regelmäßig gewartete Heizanlagen: Da sollte man kein Risiko eingehen.
Brennende Kerzen: Offenes Feuer in der Wohnung ist eine Gefahrenquelle und muss ständig beaufsichtigt werden.
Unsachgemäßes Aufbewahren oder Benutzen von Spraydosen oder anderen Chemikalien: Studieren Sie die Gefahrensymbole auf der Verpackung aufmerksam und meiden Sie Wärmequellen.
Schadhafte Elektrogeräte oder kaputte Kabel: Sollten besser nicht mehr benutzt werden.
Reinigung von elektronischen Geräten: Nehmen Sie das Gerät vorher von der Steckdose und beachten Sie die Reinigungshinweise in der Gebrauchsanweisung.
Elektrische Geräte im Badezimmer: Leuchten, Steckdosen, Badezimmerradios sollten, vor aus beliebiger Richtung kommendem Wasserstrahl, geschützt sein. Naja und das mit dem Fön und der Badewanne kennen wir ja schon.
Selbstinstallation komplexer elektronischer Geräte: Lassen Sie lieber eine Fachkraft ran bevor Sie sich verletzten oder Ihre Garantieansprüche aufs Spiel setzen.

Gefahrenherd: Küche

Brennendes Fett am Herd: Darf niemals mit Wasser gelöscht werden, sondern durch Abdecken des brennenden Topfes.
Chemikalien in Getränkeflaschen oder Lebensmittelbehälter: Ein absolutes No-Go, denn sie könnten versehentlich verzehrt werden.
Stumpfe Messer, nasse Schneidebretter: Diese Kombination kann schon mal dafür sorgen, dass man beim Gemüseschnipseln abrutscht und sich böse in die Hand schneidet.
Lose oder falsch positionierte scharfe Gegenstände im Geschirrspüler: Stellen Sie Messer und Gabeln mit der Spitze nach unten in den Besteckkorb.
Schlecht positionierte Küchengeräte: Diese könnte man versehentlich herunterziehen oder umstoßen.
Getränkedosen im Sommer: Insekten könnten dort hineinklettern. Schauen Sie vor dem Trinken auch immer in Ihr Glas.
Besondere Gefahren für Kinder
Herumliegende Feuerzeuge, Streichhölzer, Putzmittel, Alkohol, Medikamente, spitze Gegenstände: Sicher und am besten versperrt aufbewahren.
Plastiktüten oder Kleinteile, die verschluckt werden können: Hier herrscht hohe Erstickungsgefahr.
Ungesicherte Steckdosen: Lassen Sie sogenannte Kindersteckdosen installieren.
Angesteckte Küchen- oder Badezimmergeräte: Besonders gefährlich sind z.B. Mixer, Brotschneidemaschine, Wasserkocher oder Glätteisen.
Offene Waschmaschine, Wäschetrockner oder Tiefkühltruhen: Neugierige Kleinkinder klettern gerne hinein und können sich dann nicht mehr selbst befreien.
Ungesicherte Treppe, Fenster, Balkon oder der sonstiges, von dem Kinder hinunter- oder hinausfallen können: Schutzgitter und die Vermeidung von Kletterhilfen in Fenster- oder Balkonnähe verringern die Unfallgefahr.
Kanten, herausstehende Schrauben oder lose schwere Gegenstände (z.B. Fernseher): Sorgen bei aufregenden Kinderspielen schon mal für Verletzungen. Sorgen Sie für entsprechende Sicherungen.

 

Quelle: https://versicherungsblog.lamie-direkt.at/35-gefahren-im-haushalt